Entfesselte Worte 2010/11

Die erfolgreiche Lesereihe Entfesselte Worte 2010/11 vereint politisch denkende und agierende SchriftstellerInnen und KünstlerInnen aus Lateinamerika, die aufgrund ihrer Äußerungen und Handlungen inhaftiert wurden und ihre Erfahrungen einer politischen Gefangenschaft literarisch verarbeitet haben. Denn im Exil lebende und politisch verfolgte Oppositionelle sind wichtige Akteure, um langfristig Friedens- und Demokratisierungsprozesse in ihrer Heimat in Gang zu setzen. Vor diesem Hintergrund haben wir diese Veranstaltungsreihe konzipiert, deren Idee Ende 2008 entstand.

Die vorgestellten Texte und Bilder stehen in direktem Zusammenhang mit den individuellen Erfahrungen der Künstler: Sie beziehen sich auf die Erinnerungen an Haft, Isolation und Folter, auf die politische Opposition und das Leben im Exil. Den Auftakt jeder Lesung bildet zum einen ein etwa zehn minütiges Video, in dem die AutorInnen die Frage erörtern, warum sie mit ihren persönlichen Erinnerungen an die Öffentlichkeit gegangen sind. Zum anderen geben Experten einen Überblick über die politische Situation im jeweiligen Land.

Durch die Lesungen wird deutlich, wie wichtig und aussagekräftig die individuellen Erinnerungen sowohl für die persönliche Geschichte als auch für die politischen Ereignisse im Heimatland sind.

Die AutorInnen der Lesereihe Entfesselte Worte im Jahr 2010/11 waren: Susana Romano Sued aus Argentinien, Víctor Montoya aus Bolivien, Jorge Pomar aus Kuba und Julio Mendívil aus Peru. So unterschiedlich ihre Erfahrungen in politischer Haft und deren jeweiliger kultureller und historischer Kontext waren, so stellten ihre Werke auch verschiedene Entwürfe des „Politischen“ dar.

Im Anschluss an die Veranstaltungen werden – wie schon bei Entfesselte Worte 2009 – Auszüge aus den Texten und Bildern der AutorInnen auf unserer Website veröffentlicht. So erhalten auch Menschen, die die Lesungen nicht besuchen konnten, einen Eindruck von den Veranstaltungen und den eingeladenen Gästen.

Ein besonderer Dank geht an den Salón de Tango Urquiza und das Studio Niculescu, die für diese Lesereihe ihre Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung stellten.

Außerdem danken wir der Schriftstellerin Esther Andradi und der spanischen Buchhandlung La Rayuela, die uns bei der Recherche zu lateinamerikanischen AutorInnen unterstützten.