Mission

Viele Menschen in dieser Welt leben unter der Herrschaft totalitärer Regime, erleben Gewalt oder Krieg. Jeder einzelne dieser Menschen, die sich oft mit großer Zivilcourage für mehr Gerechtigkeit eingesetzt haben, ist ein wichtiger Zeitzeuge von Krisen und Konflikten in einer globalen, medialen Welt. Den gewalttätigen Konflikten können Menschen bei ihrer Flucht entkommen – ihre Erinnerungen und Erfahrungen migrieren mit ihnen. Das anzuerkennen, ist von zentraler Bedeutung für ein Zusammenleben in einer Gesellschaft, den Dialog der verschiedenen Kulturen und die politische Partizipation. Gewalt und Unterdrückung aufzuarbeiten ist in den Herkunftsländern oft aufgrund einer Krisensituation oder eines machtvollen Regimes nicht möglich – deshalb gibt es Memos, den Verein für Erinnerungskultur zu Krisen und Konflikten.

Wir wollen all jenen ein Forum bieten, die Unterdrückung, Gewalt oder Krieg erlebt haben und nach Europa migriert sind. Ein Forum für ihre Erinnerungen, ein Forum für deren Aufarbeitung. Dabei wird Schritt für Schritt ein Archiv entstehen, das diese Erinnerungen dokumentiert. So will Memos den Dialog zwischen verschiedenen Weltanschauungen und Religionen anregen und eine gemeinsame Diskussionskultur etablieren. Ergänzt wird die Arbeit unseres Vereins durch ein Begleitprogramm mit Ausstellungen, Lesungen und Workshops.

Memos: ein Ort für Erinnerungen

Im Mittelpunkt stehen für Memos stets die Menschen, mit ihren Lebensgeschichten, ihren Gedanken, ihren Erinnerungen, ihren Werken. Wir sind auch ein Dokumentationszentrum für Erinnerungen und Zeitzeugenberichte. Ein Ort, an dem Erinnern nicht verboten, sondern erwünscht ist. Die Erinnerungen präsentieren wir gemeinsam mit den Zeitzeugen – z.B. in Worten, Bildern, Kunstwerken, Fotos, Filmen, journalistischen Arbeiten oder Vorträgen. Dabei steht zunächst jede individuelle Erinnerung für sich – aber im Zusammenspiel mit all den Erinnerungen zahlreicher anderer Menschen ergibt sich daraus ein vielschichtiges Bild, das einen besonderen Blick auf die Wirklichkeit und Komplexität von Kriegen, Regimen und Gewalt erlaubt. Geschichte besteht immer aus vielen Erinnerungen – und sollte deshalb auch aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt werden. Wir geben den persönlichen Schicksalen der Menschen, die vor Gewalt geflohen sind, ein Gesicht und erstmals auch einen Platz in der Öffentlichkeit. So kann man einen neuen Blick auf die Krisenherde der Welt und das Thema Migration werfen – und komplexe und ungefilterte Informationen aus erster Hand erhalten, wie sie nur selten in den klassischen Medien zu finden sind.

Memos: ein Ort für Begegnungen

Neben dem Aufbau eines Kompetenzzentrums, das Zeitgeschichte auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen und Erinnerungen dokumentiert und archiviert, liegt der zweite Schwerpunkt von Memos darauf, Begegnungen und Dialoge zu fördern. Memos bietet Raum und Räume für Diskussionen und den Austausch zwischen unterschiedlichen Menschen und Gruppen. Menschen migrieren mit ihren Erinnerungen und Erfahrungen. Wie können diese in eine neue Gesellschaft eingebracht werden? Welche Probleme und Chancen entstehen im Zusammenhang mit Migration und im Exil? Im Mittelpunkt der Arbeit von Memos geht es darum, sich mit der Komplexität von Lebenserfahrungen und Geschichten auseinanderzusetzen, sie sichtbar und erfahrbar zu machen. So wird Memos zu einem Ort der Begegnung, an dem Themen wie Migration und Konfliktbewältigung in einen neuen Kontext gestellt werden.

Memos: ein Ort für Vernetzungen

Memos wird ein nationales und internationales Netzwerk aufbauen, das Menschen und Organisationen miteinander verbindet, die sich für die gleichen Themen wie wir engagieren. Dabei wollen wir z.B. mit Künstlern, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten oder Wissenschaftlern zusammenarbeiten, und sie in ihrem Engagement in Europa und in ihren Herkunftsländern bestärken. Deshalb ist Memos nicht nur in Deutschland aktiv, sondern wir initiieren unsere Projekte auch direkt vor Ort in den jeweiligen Ländern. Mit und durch Memos soll sich so eine Streit- und Dialog-Kultur entwickeln, die zu Konfliktlösungen in der Welt beitragen kann.